Hype um Kokosblütenzucker – aber warum?

Die süße Zuckeralternative aus den Tropen ist in aller Munde. Karamelliger Geschmack, eine feine Vanille-Malz-Note und verträglicher als raffinierter Zucker – klingt natürlich erstmal sehr vielversprechend. Aber was ist das braune Gold eigentlich genau, warum ist der Zucker aus der Kokospalme gesünder als herkömmlicher Industriezucker und wie kann man ihn verwenden?

Kokosblütenzucker – was genau ist das eigentlich?

Die Antwort ist tatsächlich ganz einfach: Es ist Zucker, der aus den Blüten der Kokospalme gewonnen wird. Die Bauern in den Anbauländern, hauptsächlich Südostasien, klettern die Palmen hinauf und schneiden die Blüten der Kokospalmen ein. Aus der Einschnittstelle sondert die Palme einen Sirup ab, der in Schalen aufgefangen und anschließend eingekocht, getrocknet und gemahlen wird. Es entsteht eine feine, krümelige Masse, die wie geröstetes Paniermehl aussieht, sich jedoch auf der Zunge sofort löst und einen angenehm süßen Geschmack hinterlässt. Diese Verarbeitungskette ist verglichen mit herkömmlichem Zucker sehr kurz, weshalb der Zucker aus der Kokospalme einen Teil seiner Nährstoffe – Ballaststoffe, Magnesium, Eisen, Zink und Antioxidantien – noch enthält.

Aus einer Palme können pro Tag circa zwei Liter Kokosblütennektar gewonnen werden, woraus dann 500 Gramm Zucker entstehen, dessen Hauptbestandteil, wie bei den meisten Zuckerarten, Saccharose (Haushaltszucker) ist.

Warum herkömmlicher Zucker so ungesund ist

Dass raffinierter Zucker schädlich ist, wissen mittlerweile zum Glück die meisten, aber was genau macht Industriezucker eigentlich so schädlich?

Unser normaler Haushaltszucker wird aus Pflanzen, zumeist Zuckerrüben oder Zuckerrohr, industriell hergestellt und besteht zum Großteil aus Saccharose. Zunächst wird in Extraktionstürmen die süße Stärke aus der Pflanze herausgelöst, wodurch ein dünnflüssiger Saft entsteht – der Rohsaft, der lediglich 15% Saccharose enthält. Nach dem Filtern und Eindampfen dieses Saftes enthält der entstandene Sirup ungefähr 75% Saccharose und wird über die Raffination kristallisiert. Um besonders reinen und weißen Zucker zu erhalten werden hierfür wiederum mehrere Stationen durchlaufen. Während dieses Prozesses werden dem eingedickten Sirup sämtliche Ballaststoffe, Mineralien und sonstige Nährstoffe entzogen.

Der Nachteil des über Raffination industriell hergestellten Zuckers: Es sind sogenannte leere Kalorien, die jedoch häufig in zu großen Mengen konsumiert werden. Diese leeren Kalorien kann der Körper nicht verwerten, sie schwächen das Immunsystem und sorgen für einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Zudem fördern sie langfristig gesehen nicht nur Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Bluthochdruck, Karies und Hyperaktivität, sondern auch das verfrühte Auftreten von Alterserscheinungen. Vor diesen negativen Auswirkungen von Zucker, sowie vor Osteoporose, Diabetes, Asthma oder Multiple Sklerose versuchen sich immer mehr Menschen zu schützen und suchen nach einer gesünderen Alternative.

Kokosblütenzucker ist die gesündere Alternative

Industriezucker wird also ebenso wie Kokosblütenzucker aus Pflanzen hergestellt, welche im rohen Zustand und in unterschiedlicher Intensität natürliche Nährstoffe enthalten. Da beide Zuckerarten fast ausschließlich aus Saccharose (also Haushaltszucker) bestehen und knapp 400 Kilokalorien pro 100g enthalten, ist der Kokoszucker aus dieser Perspektive kaum kalorienärmer als herkömmlicher Zucker.

Der feine Unterschied besteht in der Herstellung der Zuckerkristalle, weshalb der Mineralienanteil (z.B. Zink, Magnesium und Eisen) von Kokosblütenzucker höher ist und in der weiteren Verarbeitung in unserem Körper in seiner ursprünglichen und annähernd naturbelassenen Form erhalten bleibt. Zudem enthält der Nektar mehr als 2 Prozent* Ballaststoffe, welche stark verdauungsfördernd wirken und wichtig für unseren gesamten Verdauungstrakt sind.

Darüber hinaus ist der glykämische Index eine maßgebliche Kennzahl zur Bestimmung der Wirkung eines Kohlenhydrates (Zuckers) in unserem Körper. Er beschreibt den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Verzehr von kohlenhydrat- oder zuckerhaltigen Lebensmitteln. Je geringer der Index, desto weniger steigt der Blutzuckerspiegel an. In diesem Falle ist es ein klares Plus für den Kokosblütenzucker, da er einen glykämischen Index (GI) von 35 aufweist und damit weit unter dem des raffinierten Zuckers (GI von 80) liegt. Der geringe Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Kokosblütenzucker führt zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl und einer niedrigen Insulinausschüttung. Wird nach einem stark ansteigenden Blutzuckerspiegel viel Insulin ausgeschüttet, sinkt der Zuckergehalt in unserem Blut sehr schnell unter das normale Level. Und das wiederum führt zu Heißhungerattacken.

Wie du siehst, ist der aus dem Sirup der Blüten der Kokosnusspalme gewonnene Kokosblütenzucker dem normalen Zucker durchaus in einigen Punkten etwas voraus. Durch die vergleichsweise geringfügige Weiterverarbeitung bleiben im Gegensatz zum Industriezucker viele Nährstoffe enthalten. Der niedrige glykämische Index lässt deinen Blutzucker weniger ansteigen und du bekommst ein angenehmes Sättigungsgefühl.

Kokosblütenzucker zum Kochen und Backen

Kokosblütenzucker ist also eine tolle Alternative zu Industriezucker! Du kannst ihn sehr vielseitig zum Kochen und Backen benutzen und eigentlich alles, was du normalerweise mit Industriezucker süßt, stattdessen mit Kokosblütenzucker süßen: Kuchen, Getränke, Salate, Marmelade etc. Beachten solltest du aber, dass er zwar nicht nach Kokos, aber zumindest sehr kräftig schmeckt und eine leichte Karamell-Note hat, also nicht wie der “normale” Haushaltszucker nur süß ist.

 

Wir von the nu company finden Kokosblütenzucker so klasse, dass wir zum Süßen unserer nucao-Riegel und unserer nupro-Shakes nur getrockneten Kokosblütennektar verwenden. Denn wir wollen, dass unsere Snacks dich lange satt machen und gleichzeitig auch rundum nahrhaft sind. Mit der Süße des Kokosblütenzuckers hast du einen fruchtig süßen Geschmack und ein gutes Gewissen!

* Dieser Wert variiert je nach Herstellungsverfahren und Firma.

7 Kommentare

Christian

Hallo, Danke für euren wissenswerten Beitrag. Leider ist für mich etwas unklar ob gilt Kokosblütenzucker = Kokosblütennektar. Ihr sprecht am Ende, dass ihr getrockneten Kokosblütennektar in Nucaos verwendet, der Artikel spricht aber generell von Kokosblütenzucker. So sind beide identisch oder gibt es hier Unterschiede?

Ckay

Wieso nicht mit Datteln versüssen? Sie sind noch gesünder. 😉😘

Sabine

Hallo,
um einen Baum zu erklettern und zu “melken” muß dieser erstmal existieren. Sie stehen aber nicht einfach in den Tropen rum, sondern müssen angepflanzt werden. Sie befinden sich in großen Palmplantagen, die an den Stellen entstehen, wo vorher Tropenwald war. Es ist zu begrüßen, dass die Gewinnung von Kokosblütenzucker nachhaltig ist, die Palme also nicht sterben muss. Nichtsdestotrotz was passiert, wenn der Einsatz von Kokosblütenzucker zunimmt, weil “gesünderer Zucker” gehypt wird? Es werden mehr Palmen benötigt also größere Plantagen und damit einhergehend zunehmende Rohdung von Tropenwäldern. Ein Trend, der zu überdenken ist.

Anne (the nu company)

Hallo Oliver!
Danke für deinen Kommentar! Das ist ein wichtiger Punkt und zugleich ein großer Vorteil des Kokosblütenzuckers. Denn zur Gewinnung von Kokosblütenzucker werden die Kokospalmen nicht gefällt. Wie im Artikel beschrieben, klettert man die Bäume hinauf, schneidet die Blätter an und fängt den herauslaufenden Sirup auf.

Viele Grüße
Anne von the nu company

Richard Maierthaler

und was ist mit Xylit Zucker ?

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