MacherInnen: Nicolas von KAFFEEkostBar

Fast schon unscheinbar und doch nicht zu übersehen, mit seinen knalligen orangenen Farben, hat sich Nicolas Sihombing mit seiner KAFFEEkostBar in der Dresdner Neustadt eingerichtet. Mit einem breiten sympathischen Lächeln steht er in dem kleinen Raum zwischen den verschiedensten Kaffeemaschinen und Sorten, er ist in seinem Element.
Dabei kam der gebürtige Indonesier vor 7 Jahren als Nichtkaffeetrinker in den kleinen Ort Döbeln und hat sich jetzt dennoch mit seiner eigenen Kaffeebar einen kleinen Traum erfüllt.Wie es dazu kam? Wir haben uns für unsere MacherInnen-Interviews mit Nicolas auf einen Kaffee getroffen und ihn gefragt, woher er seinen Antrieb für seine Arbeit nimmt. 




Die Geschichte beginnt in der Berlin School of Coffee, denn dort entdeckte Nicolas das erste Mal richtig guten Kaffee für sich. Damals begann er sich auch gegen die ungerechten Arbeitsbedingungen im Kaffeehandel zu engagieren, die in seinem Heimatland Indonesien immer noch an der Tagesordnung sind. Er glaubt daran, dass wir gemeinsam eine Veränderung bewirken können.

Gelandet ist er mit diesen Gedanken in Döbeln, einer Kleinstadt mitten in Sachsen. Er spricht immer wieder von einer göttlichen Eingebung und zieht viel Motivation aus seinem Glauben. Die brauchte er auch, um sich gegen die eingefahrenen Meinungen der sächsischen Kleinstädter durchzusetzen. Denn guter Kaffee ist für ihn nicht nur lecker, sondern auch nachhaltig und fair!

Also gründete Nicolas gemeinsam mit seiner Frau eine Kaffeerösterei und Kaffeebar mit eigenem Gerechtigkeitssiegel und importiert seitdem seinen Kaffee direkt von den indonesischen Bauern. Er war selbst vor Ort, hat mit den Arbeitern und Besitzern der Kaffeeplantagen persönlich gesprochen und weiß, woher seine Bohnen kommen. Das können später auch seine Kunden auf der Kaffeeverpackung nachvollziehen, denn dort versteckt sich ein kleines Bild mit Informationen über den jeweiligen Bauern, Informationen über dessen tatsächliches Gehalt und die Herkunft der Bohne.

Genau dieser Gedanke versteckt sich auch hinter dem Zwei-Könige-Prinzip, einer Idee seiner Frau, von der Nicolas immer wieder voller Hingabe erzählt: Ziel ist eine direkte Verbindung zwischen dem Kaffeebauern und den KaffeetrinkerInnen (also uns) zu schaffen. So soll nicht nur der Kaffee, sondern auch der Bauer selbst wertgeschätzt werden - denn er ist in Nicolas Augen genauso wertvoll wie seine Kunden.   




Worauf sollten wir jetzt also bei einem guten Kaffee achten? Für Nicolas sind viele Auskünfte wichtig: Wo kommt der Kaffee her, handelt es sich um Biokaffee, welche Sorte, welche Verarbeitung, welches Röstprofil hat er?
Es wird schnell klar, er ist absoluter Profi auf seinem Gebiet und berät uns bis ins kleinste Detail.Wusstest du zum Beispiel, dass man nie kochendes Wasser zum Brühen verwenden sollte und die Wasserqualität selbst viel zum Geschmack des Kaffees beiträgt? Oder dass manche Kaffees auch ohne Zucker richtig süß schmecken? 




Was in Döbeln begann, nimmt jetzt in der Dresdner Neustadt richtig Fahrt auf und auch für die Zukunft hat Nicolas neue Ziele im Blick. Er sieht sich als “Brückenbauer” und denkt darüber nach, jungen Menschen aus Indonesien die Chance zu geben, eine Kaffeeausbildung in Deutschland machen zu können.

Er möchte die KAFFEEkostBar in viele verschiedene Städte bringen und die Handelsbeziehung zwischen seiner alten Heimat Indonesien und seiner neuen Heimat in Europa stärken und vor allem als Mutmacher agieren. Die Liste ist unendlich lang und beeindruckend, genauso wie der Weg den Nicolas Sihombing schon hinter sich gelassen hat. Er ist ein Kämpfer der sich für seine Träume und Ziele einsetzt und unermüdlich weiter arbeitet. Für eine faire Welt und nachhaltigen Kaffee.


Facebook: www.facebook.com/kaffeebatavia/
Website: www.kaffeebatavia.de/kaffeekostbar-dresden-neustadt/



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