Warum Proteine sauer machen – und was du dagegen tun kannst! (3/5)

Die Zitrone auf dem Bild schmeckt zwar sauer, wirkt im Körper aber basisch!

Im letzten Beitrag konntest du erfahren, welche Proteine gut für deinen Körper sind. Um dein Expertentum zu erweitern, folgen heute noch Infos dazu, was in deinem Körper bei einer zu hohen Proteinzufuhr passiert und warum du auch die Ballaststoffe nicht vergessen solltest.

Stress für den Körper durch zu viel Protein?

Du weißt ja bereits aus Teil I, dass die optimale Proteinmenge für jeden Menschen individuell ist und von verschiedenen Faktoren (Alter, Gewicht, sportliche Tätigkeit, ...) abhängt. Genau diese Faktoren bestimmen auch, wann es zu viel wird. Eines ist jedoch klar: alles, was du zu dir nimmst, muss von deinem Körper erst mal aufgenommen und verarbeitet werden. Speziell für den Abbau der zugeführten Proteine (und somit der Aminosäuren) sind deine Leber und deine Nieren zuständig. Je mehr Proteine du deinem Körper zuführst, desto intensiver müssen Leber und Nieren arbeiten. Um dieses Pensum zu bewältigen, benötigen vor allem deine Nieren viel Wasser.

Eine einseitige, extrem proteinreiche Ernährung bringt deinen Stoffwechsel also aus der Balance. Denn wenn deine Leber und Nieren auf Hochtouren arbeiten, um die Aminosäuren abzubauen, müssen im Gegenzug andere Funktionen eingeschränkt werden. Diese Disbalance führt zu Stress und somit zur Produktion des Stresshormons Cortisol. Cortisol bewirkt, dass weniger Aminosäuren in deine Muskeln gelangen als sonst und somit die Energie aus deiner Nahrung in deinen Fettzellen gespeichert wird – also vermutlich genau das Gegenteil von dem, was du mit der Zufuhr von Proteinen erreichen willst.


Säure-Basen-Haushalt? Übersäuerung durch zu viel Protein?

Wir bleiben bei dem Einfluss von Proteinen auf den Stoffwechsel. Wir ändern nur den Fokus. Vielleicht hast du schon mal was vom Säure-Basen-Haushalt gehört? Der menschliche Körper ist immer bestrebt, das Verhältnis von Säuren und Basen ausgewogen zu halten.

Wenn du proteinreiche Lebensmittel zu dir nimmst, werden diese im Körper verstoffwechselt. Dabei entsteht aufgrund ihres Anteils an schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystein und Methionin) Säure. Mit Hilfe des körpereigenen Basenspeichers wird die überschüssige Säure neutralisiert, damit es nicht zu einem Ungleichgewicht zwischen Säuren und Basen in deinem Körper kommt. Der Basenspeicher ist wie ein Puffersystem, was die Säure abfängt und dafür sorgt, dass der ph-Wert gleich bleibt. Bei durchschnittlich nur circa 20% basenbildender Lebensmittel in der Ernährung ist dieses basische Puffersystem sehr wichtig. Lebensmittel, die Basen bilden (z.B. Gemüse, Obst), werden im Durchschnitt also viel weniger aufgenommen als säurebildende Lebensmittel (z.B. Fleisch, Milch, Weizen). Dieses Übermaß an Säuren im Körper führt zu einer Übersäuerung, was Herzrasen, Sodbrennen, Blähungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit hervorrufen kann.

Balance finden!

Doch Säure ist nicht gleich Säure! Es wird in gute und schlechte Säurebildner unterschieden. Gute Säurebildner bereichern und ergänzen durch ihre Nährstoffe eine basische Mahlzeit. Dazu zählen unter anderem pflanzliche Proteine.

Schlechte Säurebildner übersäuern den Körper. Dabei muss der Körper sein basisches Puffersystem einsetzen, um diese Säuren zu neutralisieren und den körpereigenen pH-Wert konstant zu halten. Durch das Abpuffern wird die Ausscheidung der überschüssigen Säure über den Urin ermöglicht. Dafür sind deine beiden Hochleistungsmaschinen namens Nieren zuständig. Bei einem übersäuerten Körper arbeiten diese also auf Hochtouren. Welche Folgen die dauerhaften Überlastung der Nieren haben kann, konntest du bereits eben erfahren.

Was das für dich bedeutet? Das Optimum für deinen Körper ist eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse und kaum bis keinen tierischen Proteinen, da diese den Körper übersäuern.

Fazit:  Folge einer dauerhaft zu hohen Zufuhr an Protein ist Stress und die Übersäuerung des Körpers. Der Säure-Basen-Haushalt gerät aus dem Gleichgewicht. Das wiederum kann zu Herzrasen, Sodbrennen, Blähungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit führen. Dein Körper zeigt dir dann deutlich an, dass etwas nicht stimmt.

Ballaststoffe = Ballast für deinen Körper?

Weg von Säuren und Basen – hin zu den Superhelfern namens Ballaststoffe! Es kann nicht nur bei einer zu hohen Menge an Proteinen zu Nebenwirkungen kommen, sondern auch bei der falschen Kombination. Da kommen die lange viel zu wenig beachteten Ballaststoffe ins Spiel – sie nehmen eine ganz wesentliche Rolle in der Verdauung ein. Es gibt unlösliche (Getreide, Samen und Gemüse) und lösliche Ballaststoffe (Hülsenfrüchten, Hafer und Obst).

Ballaststoffe sind, anders als der Name vielleicht andeutet, kein Ballast für deinen Körper, das war nur lange Zeit nicht klar. Sie sorgen dafür, dass du lange satt bist, beugen Verstopfungen vor, indem sie die Darmaktivität unterstützen, haben eine vorbeugende Wirkung gegen Darmkrebs und bewirken, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen langsamer ansteigt und weniger Insulin freigesetzt wird. Klingt super, oder? Als Richtwert für den Tagesbedarf empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag für Erwachsene. Ballaststoffe findest du vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln:

  • Obst: Äpfel, Birnen, Beeren, Kiwis und Zitrusfrüchte
  • Gemüse: Brokkoli, Karotten, Kartoffeln sowie Rosen- und Weißkohl
  • Getrocknete Früchte: Pflaumen, Rosinen und Aprikosen

  • Vollkornprodukte: Vollkornbrot und Vollkornnudeln

  • Nüsse & Samen

  • Hülsenfrüchte: Erbsen, Linsen und Bohnen.

Da liegt das Problem: Die meisten proteinhaltigen Nahrungsmittel sind ballaststofffrei und mit denen kannst du gar nicht von den genannten Benefits profitieren. Du solltest also proteinhaltige mit ballaststoffreichen Lebensmitteln kombinieren, um eine optimale Versorgung für dich zu schaffen.

Lösung: Protein + Ballaststoffe

Ein guter Proteinshake müsste also nicht nur Protein sondern auch viele Ballaststoffe enthalten, z.B. in Form von Leinsamen (Protein: 24g/100g, Ballaststoffe: 38g/100g) oder Flohsamenschalen (Protein: 2g/100g, Ballaststoffe: 83g/100g). So kannst du viel Protein zu dir nehmen, was dein Körper auch verwerten kann. Und – du ahnst es schon: Genau aus diesem Grund steckt auch nupro voller hochwertiger Ballaststoffe aus Leinmehl, Flohsamenschalen und Reis-Ballaststoff. nupro ist mehr als Protein.

Im nächsten Beitrag fokussieren wir uns auf die Bedeutung des Proteinkonsums für die Gesellschaft und die Umwelt. Bis dahin freuen wir uns auf den Austausch in den Kommentaren mit dir. Schreib uns gerne mal, ob du schon vorher wusstest, welche wichtige Rolle Ballaststoffe für deine Verdauung spielen und ob du wusstet, dass Proteine im Körper Säure bilden!

Maria
... schreibt für the nu company über Ernährung.

Mehr als Protein.

Der erste Fitnessshake, der dich rundum versorgt - natürlich und nachhaltig!

2 Kommentare

Johannes Tholey

Liebe Maria, Liebe Cora,
Wieder ein sehr informativer Artikel. Freue mich schon auf die nächsten

Sandra Ma
Das „schlecht“ zu Fisch bezieht sich hier im Text auf die Auswirkungen in Bezug auf den Säuren/Basenhaushalt, wie z.B. das Ansteigen des Harnsäurespiegels (in Verbindung mit Weißwein habe ich da schon unangenehme Erfahrungen gemacht ;-)). Diesbezüglich stimmt es wohl, ohne weitere Wertung des allgemeinen Konsums. Ist wie immer eine Frage der Menge und auch des Ernährungstyps.
Sandra Ma

Ich finde es sehr bedenklich dass ihr tierische Produkte wie Fisch als “schlechte” Protein Quelle bezeichnet. Das halte ich für absolut nicht wissenschaftlich recherchiert

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