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Das Ökosystem Moor ist wichtig für unser Klima

Gimme, gimme MOOR – so wichtig sind Moore für’s Klima

Moore haben etwas Mystisches an sich. Aber wusstest du auch, dass sie wahre Klimaschützer sind? Sie schützen vor Hochwasser, filtern das Wasser und sichern die Artenvielfalt. Für unsere Vorfahren waren sie aber vor allem nutzloses Ödland. Darum wurden sie über Jahrhunderte hinweg durch Entwässerung zu Nutzflächen für Land- und Forstwirtschaft trockengelegt – bis heute. Welche erheblichen Folgen das mit sich zieht, war damals anscheinend niemandem bewusst:


Moore sichern die Artenvielfalt

Was sind Moore und wie entstehen sie?

Moore gibt es in Mitteleuropa seit der letzten Eiszeit. Sie entstehen dort, wo Wasser auf dem Boden steht. Step by step weicht dieser über die Jahrhunderte auf und dicker Schlamm entsteht. Fertig ist das Moor – das in Deutschland bis zu 12 m tief sein kann! Luftdicht verschlossen bleibt darin alles gut konserviert. Sprich Tiere und Pflanzen bleiben erhalten, ohne dabei CO2 freizusetzen.


Da sich durch den hohen Wasserstand kein Sauerstoff im Boden befindet, können auch Pilze und Bakterien nicht versorgt werden. Als Folge dessen wird die abgestorbene Pflanzenmasse nicht zersetzt, sondern sammelt sich im Laufe von Jahrtausenden an. So bleibt auch in den Pflanzen gebundener, bei Verrottungsprozessen austretender Kohlenstoff dauerhaft im Boden eingebettet.


Die Gesamtfläche der Moorböden wird deutschlandweit auf etwa 14.200 km² geschätzt. 65 % davon werden für die Landwirtschaft genutzt und sind kaum noch als Moor zu erkennen. Denn um die Fläche effektiv als Grünland oder Acker nutzen zu können, entwässern Landwirte diese. Und legen damit den effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume trocken: Mittlerweile gelten über 90 % der Moore in Deutschland  als entwässert.

Moore retten die Artenvielfalt

Die Folge von trockengelegten Mooren

Moore sind effektive Kohlenstoffspeicher. Sie binden ca ein Drittel des terrestrischen Kohlenstoffs – doppelt so viel wie alle Wälder der Erde zusammen! Über Jahrtausende hinweg sind so wahre Kohlenstofflager entstanden. Wird ihnen Wasser entzogen, fängt alles an zu gammeln und jede Menge CO2 wird freigesetzt. Bei der Entwässerung kommt der gebundene Kohlenstoff mit Sauerstoff in berührung. Wer in Chemie aufgepasst hat weiß: es kommt zur Oxidation. Nicht nur große Mengen CO2 gelangen in die Atmosphäre, sondern auch das 300x klimaschädlichere N2O (Lachgas). Allein durch die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren werden 37 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr freigesetzt.

Durch die anhaltende Trockenlegung der Moore verursacht die EU die zweithöchsten Treibhausgasemission im weltweiten Vergleich.

Moore bieten Schutz vor Hochwasser und können Überflutungen entschärfen. Denn Torfböden sind enorm quellfähig und können große Mengen Wasser speichern. Auch bei Starkregen. Ist das Moor intakt, kann es etwa 90 % des Niederschlags speichern und nach und nach wieder abgeben. Ein drainiertes Moor wiederum kann nur etwa 30 % einspeichern. Je mehr Moore trocken liegen, desto mehr Hochwasserkatastrophen gibt es.


Außerdem werden Moore nicht umsonst als “Nieren der Landschaft” bezeichnet. Sie filtern Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser und halten so die Gewässer, Flüsse, Bäche und Seen rein.

Die Trockenlegung von Mooren fördert das Risiko von Hochwasserkatastrophen

Wasser bei die Moore! – die Renaturierung

Endlich gibt es Umdenken, denn das Bundesumweltministerium will in den kommenden 10 Jahren 48 Millionen Euro in Moorschutz stecken und bis 2030 jedes Jahr ca 5 Millionen Tonnen CO2 reduzieren. Darin wird ein großes Potential in Sachen Klimaschutz gesehen.


Mittels Renaturierung sollen trockengelegte Moore wieder vernässt werden. Dafür werden die Entwässerungsgräben verschlossen und der Wasserspiegel angehoben. Gerät der Torf erneut unter Wasser, werden die Abbauprozesse gestoppt. Nach einiger Zeit wachsen Torfmoose (und langfristig neuer Torf) und es beginnt die CO2-Speicherung aus der Atmosphäre. 


Auch wenn der Ansatz gut klingt, fehlt es an einem guten Konzept. Nach dem Pariser Klimaziel und dem Klimaziel der EU müssten alle Moore deutschlandweit bis 2045 wieder nass gemacht werden. Dafür braucht es Lösungen für Flächeneigentümer:innen und Flächennutzer:innen. Wer zahlt, wenn die Bauern die Fläche neu strukturieren müssen, die doch extra für sie trockengelegt wurde? Und wo kommt das benötigte Wasser her? Was passiert mit den Einnahmen der Landwirt:innen, wenn die die Fläche doch bisher dem Lebensunterhalt diente?

Moore sind wichtig für das Klima

Was tun mit renaturierten Mooren?

Renaturierte Moorflächen können weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Beispielsweise für den Anbau von Schilf, das wiederum als Reet zur Dacheindeckung genutzt werden kann.

Die Biomasse der Niedermoore (auch Flachmoore genannt; werden stets vom Grundwasser gespeist) kann zur Energiegewinnung genutzt werden: Röhrichte könnten für neue Baustoffe und Torfmoose als Torfersatz im Gartenbau zum Einsatz kommen.

Ein gibt auch ein paar Moore, die sich nicht wieder in ihren Naturzustand überführen lassen. Auch diese könnte man nach wie vor zur landwirtschaftliche Nutzung verwenden.

Lebensraum Raum – wichtig für Mensch, Tier & Umwelt

Intakte Moore bieten Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, tragen zum Klimaschutz bei und sind wichtig für den Wasser- und Nährstoffhaushalt. Immerhin ist auch bei der Regierung mittlerweile angekommen, dass trockengelegte Moore keine ganz so gute Idee sind, wenn’s um unser Klima geht. Die Renaturierung ist zwar geplant, die ideale Umsetzung jedoch noch nicht gefunden.


Wir sind gespannt, wie es mit unseren Mooren weitergeht. Du auch? Dann folge uns gerne auf TikTok, denn Hannes hat immer die aktuellsten News für dich. 

Mythos oder Fakt: Kann man in einem Moor versinken?

Es ist ein Szenario wie im Horrorfilm: Ein Mensch geht ins Moor, bleibt darin stecken und versinkt. Aber geht das überhaupt? Wie gefährlich sind Moore wirklich?


Dass wir im Wasser untergehen, liegt daran, dass unsere Körper dichte größer als die Wasserdichte ist. Der Schlamm im Moor hingegen hat eine größere Dichte als unser Körper. Also einmal aufatmen bitte: Wir gehen nicht unter. 


Trotzdem kann so ein Moor ganz schön tückisch werden, denn es gibt zahlreiche Löcher im Morast und der Boden ist sehr weich. Einsinken ist dabei durchaus möglich – und das ist nicht ungefährlich. Denn wer einmal stecken bleibt, kann sich ohne fremde Hilfe nur schwer befreien. Da der Körper im kalten Schlamm sehr schnell auskühlt, kann man im schlimmsten Fall tatsächlich sterben. Für alle True-Crime-Fans: Es gibt spannende Funde zu Moorleichen 👻.

Quellen:


(1) https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/nasse-moore-sind-ein-starkes-mittel-gegen-den-klimawandel-von-soenke-moehl-dpa


(2) https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/umweltministerin-lemke-will-moore-besser-schuetzen-als-bisher


(3) https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/moore/moore-und-klimawandel/13340.html


(4) https://www.swr.de/wissen/moore-wichtig-fuer-klimaschutz-100.html


(5) https://www.bund-naturschutz.de/natur-und-landschaft/moore-in-bayern/klimaschutz-und-hochwasserschutz