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Plastikmüll Meer Umweltproblem

Was in fünf Minuten gegessen ist, braucht keine Verpackung, die 200 Jahre hält.

Lebensmittel mithilfe von modernen Verpackungen viele Monate lang haltbar zu machen, ist ein starker Fortschritt der Lebensmittelindustrie. Aber muss diese Haltbarkeit wirklich den hohen Preis der Umweltunverträglichkeit zahlen? Immerhin soll die Verpackung das Lebensmittel ja nicht für 200 Jahre frisch halten. Die meisten Plastikverpackungen haben eine Lebensdauer von etwa 4 Monaten. Danach werden sie entsorgt. Diese Entsorgung läuft je nach Land sehr unterschiedlich ab. Sogar in Deutschland werden mehr als die Hälfte der Abfälle aus dem gelben Sack der thermischen Verwertung – also der Verbrennung – zugeführt. In diesem Beitrag erfährst du mehr über Recyclingquoten, alternative Verpackungsmaterialien und was eigentlich an den konventionellen Verpackungsmaterialien so nachteilig ist.


Deutschland – der Recyclingweltmeister?

Ein immenser Anteil des hergestellten Kunststoffes wird für Verpackungen verwendet. Und diese sind fast immer Einwegverpackungen. Seit Jahren feiert sich Deutschland als Recyclingweltmeister. Doch der Titel täuscht! Rechnet man die Prozessverluste und die Müllexporte heraus, liegt die Recyclingquote nicht wie angegeben bei 39 %, sondern bei nur etwa 19 %. Dieses Material hat meistens aber eine ziemlich geringe Qualität und kann selten für die Herstellung neuer Verpackungen eingesetzt werden. Der Großteil (etwa 61 %) der Verpackungen in Deutschland wird leider thermisch verwertet. Von diesen als “recycelt” verzeichneten Kunststoffen werden erhebliche Anteile exportiert und landen nicht selten am Ende in den Weltmeeren oder auf großen Deponien. Laut Plastikatlas landet jede Minute etwa eine LKW-Ladung Plastik in den Weltmeeren. Und Deutschland hat als weltweit drittgrößter Müllexporteur auch etwas damit zu tun.


Alufolie zerknittert Kugeln

Was ist Plastik überhaupt?

Das lässt sich tatsächlich gar nicht so einfach beantworten. Plastik (aka. Kunststoff) ist nicht ganz eindeutig definiert. Allgemein kann man aber vor allem zwischen den konventionellen Kunststoffen und neueren Biokunststoffen unterscheiden. Die konventionellen Kunststoffe werden in der Regel aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Dabei werden Kohlenstoffketten chemisch so miteinander verbunden, dass unterschiedlichste Eigenschaften im Material erzeugt werden. Diese Eigenschaften werden dann mit sogenannten ergänzt, um weitere Veränderungen am Material vorzunehmen. Beispiele sind Weichmacher oder Pigmente. Diese sehr große Varianz in den Kunststoffen erschwert das Recycling enorm, weil dieses nur sortenrein wirklich gut funktioniert. So werden die meisten Kunststoffe weiterhin der thermischen Verwertung zugeführt. Bei der Verbrennung können dann durch die Additive oder andere Kunststoffbestandteile giftige Gase entstehen.


Zu den Biokunststoffen haben wir bereits einen Blogbeitrag geschrieben. Da man bei den ganzen Definitionen schnell mal den Überblick verlieren kann, halten wir uns in unserer Kommunikation immer an die Definition von der Organisation “A Plastic Planet”.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Plastik ist nicht gleich Plastik – es gibt unfassbar viele verschiedene Sorten, die mal besser und mal schlechter recyclingfähig sind. Plastik im klassischen Sinne ist sehr lange haltbar und baut sich in der Natur nach langer Zeit einfach in kleinere Teilchen ab, die dann in Form von Mikro- und Nanoplastik zu unterschiedlichen Schäden im Ökosystem führen können.

Das Problem mit herkömmlichen Plastik- und Aluminiumverpackungen

Das Hauptproblem bei Plastik und Aluminium ist das Umsetzen des hochwertigen Recyclings in der Praxis. Obwohl man bei dem Material Aluminium häufig von “unendlichem” Recycling spricht, sollte hier nochmal zur praktischen Umsetzung gesagt werden: Ähnlich wie bei Plastik gibt es enorm viele verschiedene Aluminiumsorten, die sich in den Eigenschaften sehr stark voneinander unterscheiden. Auch hier ist es schwierig, beim Recycling alles so zu sortieren, dass nur gleiche Sorten hochwertig miteinander verschmelzen. Daher gilt bei Aluminium wie bei Plastik, dass Recycling meist mit Qualitätsrückgängen sowie einigen Prozessverlusten einhergeht.


Bei Aluminium besteht zusätzlich die Problematik, dass die primäre Herstellung extrem energieaufwändig ist. Weil Aluminium in der Natur nur in dem Rohstoff Bauxit gebunden vorkommt, muss das reine Aluminium erst sehr aufwändig in chemischen Prozessen vom Bauxit getrennt werden. Dabei entsteht zusätzlich das giftige Nebenprodukt “Rotschlamm”. Dieser wird in riesigen Becken deponiert und kann nicht mehr aufbereitet werden. Pro Tonne Aluminium fällt etwa genau so viel Rotschlamm an.

Beide Materialien sind also in der Gewinnung sowie beim Recycling mit diversen Umweltproblemen verbunden.


nucao heimkompostierbare verpackung

Wie sieht's bei unserer Verpackung aus?

Unser Verpackungsmaterial gehört zu einer modernen Unterkategorie der kompostierbaren Verbundmaterialien, die zum Großteil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Insgesamt sind es drei Schichten: Stärkeblendfolie, Cellulosefolie und Papier. Jede Schicht erfüllt einen bestimmten Zweck, wie beispielsweise die Barriereeigenschaften zum Schutz der Schokolade oder auch die Verarbeitungsprozesse beim Versiegeln (Verschließen). Das Material ist vom TÜV nach den Europäischen Normen als heim- und gartenkompostierbar zertifiziert sowie von der unabhängigen Organisation “A Plastic Planet” mit der Plastic-Free-Trustmark versehen. Das bedeutet, dass die Verpackung auf einem gut geführten Kompost entsorgt werden darf und sich dort innerhalb von mindestens 12 Monate zersetzt. 


Mit Hilfe von ökotoxikologischen Prüfungen wird bei der Zertifizierung überprüft, dass durch die Zersetzung der Verpackung im Kompost keine negativen Auswirkungen entstehen. Der Kompost darf also ohne Weiteres zum Düngen verwendet werden. Leider darf die Verpackung dennoch nicht im Bioabfall entsorgt werden. Das führt im ersten Moment vielleicht zu Verwirrung, liegt aber einfach daran, dass die Bioabfallanlagen in Deutschland und somit auch deren Kompostierzyklen sehr unterschiedlich sind.


Das hat zur Folge, dass nicht sichergestellt werden kann, dass die Dauer in jeder Anlage ausreicht, um die Verpackung zersetzen zu lassen. Dazu kommt außerdem, dass die Müllwerker:innen nicht sofort mit bloßem Auge zwischen einer kompostierbaren Verpackung und einer konventionellen Kunststoffverpackung unterscheiden können. Ein gutes Beispiel sind hier auch die Bioabfallbeutel. Im Endeffekt werden dann sicherheitshalber alle Verpackungsmaterialien aufwändig aus dem Biomüll aussortiert. Darum empfehlen wir, die Verpackung in den dafür gängigen gelben Sack zu werfen. Dort werden Verpackung in diesem Größenbereich fast in jeder Anlage direkt zur Verbrennung aussortiert. Unsere Verpackung enthält keine schädlichen Additive, die bei der Verbrennung freigesetzt werden können. Zusätzlich hat sie einen relativ hohen Brennwert, sodass bei der thermischen Verwertung noch Energie aus der Verpackung gewonnen werden kann. Optimal ist das natürlich im Sinne der Kreislaufwirtschaft nicht, aber unserer Meinung nach ist es in der Abwägung das geringere Übel. Um hier für Verbesserung zu sorgen, engagieren wir uns in der Initiative Kreislaufverpackung für eine bessere und einheitliche Verwertung kompostierbarer Verpackung in unserer Abfallwirtschaft.

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