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Generationsgerechtigkeit in der Klimapolitik #siewerdenfragen

Wie Generationengerechtigkeit zur größten Herausforderung der Klimapolitik wird

Wir haben ihn jetzt schon oft gehört, den Begriff der „Klimawahl“. Klimaaktivistin Luisa Neubauer sagt, die nächsten 5 Jahre sind der Zeitraum, in der wir die letzte Chance haben, die 1,5℃ Grenze noch einzuhalten. Der Systemwechsel in allen Bereichen steht ganz oben auf der Agenda! 

YOLO als Teil unserer DNA?

Generationengerechtigkeit sollte dabei zum Dreh- und Angelpunkt der Klimapolitik werden. Wie könnte es auch anders sein? Erderwärmung, Überflutungen, Waldbrände, Hitzewellen und schmelzende Polkappen – der Klimawandel ist bereits jetzt deutlich spürbar. Und trotzdem ist die immer näher rückende Katastrophe für viele noch nicht greifbar genug, um Verantwortung zu übernehmen und klimagerecht zu handeln. Woran liegt das?

Wir Menschen schauen natürlicherweise nur ungern zu weit in die Zukunft. Wir interessieren uns allein des Überleben willens prinzipiell lieber für die Gegenwart und gewichten die Zukunft deutlich geringer bei unseren Entscheidungen – eigentlich skurril oder? Wo uns die Zukunft doch jede Sekunde neu überraschen kann.


Doch es fällt es uns leicht Ereignisse zu ignorieren, die wir noch nicht unmittelbar erlebt haben, was dazu führt, dass wir uns die Zukunft oft nur aus unserer Gegenwartsperspektive vorstellen. Umbrüche sind immer mit Unsicherheit verbunden, und können sich unangenehm anfühlen. Also halten wir fest, an dem, was sich für uns bewährt hat – an dem systematischen Fortschritt von gestern – ohne zu hinterfragen, ob es sich noch einmal bewähren würde; man nennt das auch historisch gewachsene Pfadabhängigkeit.

Und während es für unsere Entscheidungsträger:innen politisch bequem bleibt, wird es für die jungen Menschen auf diesem Planeten immer unbequemer. Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit könnte uns das nämlich so richtig auf die Füße fallen. Beziehungsweise unseren Enkeln, Urenkeln und allen weiteren Generationen, die zurückschauen werden und sagen: “Ihr habt kolossal versagt damals im 21. Jahrhundert”.

Was passiert also in den nächsten Jahren, wenn wir so weitermachen, wie bisher?

Fakt ist: Das Schlimmste stände uns noch bevor.

Wie nah das Weltklima dem Überschreiten der 1,5 Grad ist, machte Ende Mai eine Studie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) deutlich. Danach könnte bereits innerhalb der kommenden fünf Jahre die weltweite Durchschnittstemperatur das vorindustrielle Niveau um mehr als 1,5 Grad übertreffen. Es bestehe eine 40-prozentige Chance, dass diese wichtige Grenze aus dem Pariser Klimaabkommen zwischen 2021 und 2025 erreicht werde, erklärte die WMO

Kai Schöneberg: „Das Schlimmste kommt erst noch“, TAZ 2021

Der neuste „Intergovernmental Panel on Climate Change“ Berichtsentwurf (IPCC) warnt nicht nur vor unaushaltbaren Temperaturen, sondern auch vor dem Zusammenbruch ganzer Ökosysteme. Das führt unter anderem zu Lebensmittelknappheit und extremem Hunger, der in den nächsten 30 Jahren bis zu 80 Millionen Menschen weltweit betreffen könnte.

  • 1,5 Grad: Hitzewellen, Dürreperioden, Überschwemmungen und Flutkatastrophen, starke Stürme und Unwetter, Korallenriffe werden durch Ausbleichung bedroht, der Meeresspiegel steigt deutlich an, wodurch Bewohner:innen flacherer Inselstaaten (z.B. Niederlande, sowie Nord- und Ostseeküste) umgesiedelt werden müssten
  • 2 Grad: Destabilisierung von Teilen der Westantarktis, Alpengletscher schmelzen weiter ab, die Arktis wird im Sommer eisfrei, Korallenriffe sterben ab
  • 3 Grad: Der Meeresspiegel um mehr als einen halben Meter angestiegen. Küstengebiete teilweise überflutet oder nur mit großem Aufwand haltbar; starke Veränderung von globale Wetterphänomenen, wie Verteilung und Stärke von Monsunwinden, etc.

Die Weltdatenbank prognostiziert über 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050, denn das Leben auf unserem Planeten, so wie wir es kennen, würde in einigen Teilen der Welt nicht mehr möglich sein, wenn wir jetzt nicht handeln.

Klimapolitik darf keine Entweder-Oder-Frage mehr sein

Der Spagat zwischen generationenübergreifender Politik, sozialer Gerechtigkeit und Wohlstand ist sportlich, aber machbar. Klimapolitik kann der größte Treiber für Innovationen sein und uns auch wirtschaftlich weltweit in eine Position der Stärke und der Vorbildfunktion führen. Aber dafür, und, um unter 1,5 Grad zu bleiben müssen sich alle Parteien um den bestmöglichen Weg streiten, und nicht darüber ob dieser Weg überhaupt einzuschlagen ist.

Es darf keine Entweder Oder Frage mehr sein. Es müssen alle an einem Strang ziehen! Wir brauchen alle Parteien und all ihre Ansätze, wir brauchen Wissenschaftler:innen, Interessenvertreter:innen und einen Rat für Generationengerechtigkeit.

Wenn wir als Bewegung eine Chance haben wollen, müssen wir taktisch klug handeln. Wir müssen uns dem Status Quo mit all unserer Macht in den Weg stellen und ihn verändern.

Carola Rackete: „Seid Sand im Getriebe“, TAZ 2021

Denn es gibt kein liberales, konservatives, linkes oder grünes Klima. Es gibt nur eines – und für dieses müssen wir als gesamte Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Wenn wir es nicht tun, wird es unangenehm. Denn #siewerdenfragen.

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Quellen

https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/future-forecast/future-bias-die-psychologischen-ursachen-von-fehlprognosen

https://www.mpifg.de/pu/mpifg_book/mpifg_bd_56.pdf

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article149380935/Was-passiert-bei-1-5-Grad-mehr-Was-bei-2-3-und-4-Grad.html

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/weltbank-klimawandel-103.html

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimakrise-warum-zwei-grad-erderwaermung-zu-viel-ist-a-1773e909-c602-466e-8913-c02b319d71f2

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