MacherInnen: Nam macht vietnamesisches Essen in regional und nachhaltig

Betritt man das Do, sieht man auf den ersten Blick, dass das vietnamesische Restaurant etwas Besonderes ist. Es ist stilvoll und authentisch eingerichtet, die MitarbeiterInnen lächeln einem freundlich entgegen und man kommt schnell ins Gespräch mit Nam, dem Gründer des kleinen Ladens in Dresden Pieschen.

Nachhaltig und regional

Was man nicht auf den ersten Blick sieht, ist die Einstellung des 28-Jährigen: Als er das Restaurant im April 2017 eröffnete, war ihm klar, dass er nicht nur ein vietnamesisches Restaurant eröffnen möchte: nachhaltig und regional sollte es sein. Dafür wurde er anfangs immer von der Konkurrenz belächelt – ihm war das egal. Der gebürtige Dresdner weiß, dass Nachhaltigkeit einfach zeitgemäß ist und er etwas Gutes tun möchte, weshalb er sich auch schon vor der Restauranteröffnung viel mit dem Thema auseinandergesetzt hat. 

Dabei kommt Nam eigentlich aus einer ganz anderen Ecke: Bevor er das Dô zusammen mit seinem Bruder eröffnete, hat er in einem Steuerbüro gearbeitet. Dort hat er viele Unternehmensgründungen begleitet, 90% davon aus der Gastronomie. An gutem Essen war er schon immer interessiert und dann erfuhr er durch Zufall, dass der Laden auf der Leipziger Straße frei werden sollte. Obwohl er eigentlich schon andere Pläne hatte und kurz davor war, für einen Job nach Hamburg zu ziehen, entschied er sich, die Chance zu ergreifen und einfach loszulegen.

Das Essen im Dô ist klassisch vietnamesisch. Die Rezepte hat Nam aus seiner Familie. Aber die Zutaten bezieht er großteils aus der Umgebung und wo es geht biologisch. Alles wird frisch in der Küche zubereitet. Und das schmeckt man! Deswegen sind wir schon seit einer ganzen Weile Stammgäste und verbringen mindestens eine Mittagspause pro Woche im Dô. Möchte man bei ihm etwas mitnehmen, bekommt man es in einer kompostierbaren “Ökoverpackung” aus Zuckerrohr. Und wer seine eigene Dose mitbringt, bekommt Rabatt.

Das Dô ist mehr als nur ein Restaurant

Aber meistens bleiben die Leute zum Essen im Laden. Und nicht nur zum Essen, viele kommen auch einfach zum Quatschen, erzählen Nam aus ihrem Leben und melden sich ab, wenn sie eine Weile im Urlaub sind. Nicht nur die Kunden spüren die besondere Atmosphäre in seinem Laden. Auch die Mitarbeiter des Dô sind zufrieden. Sie sind wie seine Familie, sagt er. Und auch das gehört für ihn zu einer nachhaltigen Unternehmensphilosophie. Nam bindet sie ein und unterstützt sie – und sie sind stolz darauf, dass im Restaurant Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird.

Was Nam sich wünscht, ist mehr Anerkennung für den Wert der Lebensmittel und das Handwerk eines Kochs; dass die Menschen verstehen, dass gute Lebensmittel ihren Preis haben, den es sich aber auch zu zahlen lohnt. Seine vielen Stammkunden aus ganz Dresden tun das schon und zeigen ihm, dass seine Idee aufgeht. Also, wenn ihr in Dresden lebt oder zu Besuch seid, stattet dem Dô mal einen Besuch ab! Wir lieben das Essen dort und können hier eine klare Empfehlung aussprechen!