Schweizer Studie beweist: Aufforstung ist die Lösung

Seit 2018 tun wir mit euch aktiv etwas gegen den Klimawandel – Produkt für Produkt,  Baum für Baum. Dass Aufforstung nicht nur eine nette Nebenrolle beim Kampf gegen die Treibhausgase spielen kann, haben jetzt Wissenschaftler der ETH Zürich unter Beweis gestellt. Sie haben die Köpfe zusammengesteckt und waren am Ende selbst überrascht, wie effektiv Aufforstung als Maßnahme gegen den Klimawandel sein kann.

Bäume pflanzen hilft – das kannst du hier gerne nochmal nachlesen :). Die Kalkulation der Autoren führt uns jedoch plakativ vor Augen, dass in staatlich geförderter Aufforstung im großen Stil ein entscheidender Hebel liegen könnte, um das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommen doch noch einzuhalten.

Fast eine Milliarde Hektar Wald ist möglich 

Wie das aussehen könnte, hat ein Team um Jean-Francois Bastin von der ETH Zürich untersucht. Sie haben sich der Frage gewidmet, wie viele Bäume man derzeit überhaupt auf der Erde pflanzen könnte. Dazu haben sie fast 80.000 Waldflächen durch Satellitenaufnahmen analysiert, um zu prüfen, wie viel Fläche der Erde mit Wald bedeckt ist und wie viel noch bepflanzt werden könnte. Das Ergebnis: 4,4 Milliarden Hektar Wald könnten unsere Erde bedecken. Das sind 1,6 Milliarden Hektar mehr, als wir bis jetzt haben. Allerdings werden wir durch das Bevölkerungswachstum bald auch noch 0,7 Milliarden Hektar davon für Städtebau und Landwirtschaft benötigen. Es bleiben also 0,9 Milliarden Hektar potenziell zu bepflanzende Fläche übrig, was in etwa so groß ist, wie die Fläche der gesamten USA. Würde man diese Fläche tatsächlich mit Bäumen bepflanzen, könnten diese 205 Milliarden Tonnen CO2 speichern – also zwei Drittel von der Menge, die wir Menschen seit der industriellen Revolution verursacht haben!

Verantwortung liegt vor allem bei den Industrienationen 

Bei ihren Untersuchungen fanden die Forscher auch heraus, dass mehr als die Hälfte der zur Aufforstung geeigneten Fläche in Russland, den USA, Kanada, Australien, Brasilien und China liegen. Damit liegt die Verantwortung also vor allem in den Händen der großen Industriestaaten. Denn, haltet euch fest: Die Forscher waren selbst überrascht vom Ergebnis der Studie und  halten Aufforstung für die  derzeit beste Lösung den Klimawandel zu bremsen! Vor allem weil es günstig und leicht umzusetzen ist und keine besonders ausgeklügelte Technik erfordert. Man könnte sofort damit anfangen! Jean-Francois Bastin fordert deshalb, dass die Regierungen Aufforstung jetzt in ihre nationale Klima-Strategie einbinden. 

Es muss schnell gehen

Aber damit die Bäume ihr natürliches Potenzial als natürliche CO2-Speicher ausschöpfen können, ist jetzt schnelles Handeln gefordert. Denn es dauert Jahrzehnte, bis die Wälder ausgewachsen sind und die nötige Menge an CO2 gebunden haben. Und die Autoren der Studie betonen auch, dass die globale Entwaldung durch den fortschreitenden Klimawandel eher zunehmen wird. Entscheidend seien vor allem die Tropen, wo zuallererst die Entwaldung gestoppt werden muss – vor allem in Indonesien und Brasilien. Da können wir uns im fernen Europa aber auch an die eigene Nase fassen – denn der Fleischkonsum ist hier ein entscheidender Faktor. Auf den Flächen, die einmal Regenwald waren, wird heute vor allem Soja für Futtermittel angebaut. Darüber hinaus hat der Regenwald einen besonders positiven Einfluss auf das Klima, weil er durch Verdunstung für regionale Abkühlung sorgt.

Vielleicht ist Aufforstung keine Wunderwaffe im Kampf gegen den Klimawandel, aber ein großer wichtiger Hebel, den wir umlegen können und sollten. Zumal Bäume eben nicht nur einen positiven Einfluss auf das Klima haben, sondern auch Biodiversität, regionale Wirtschaft, Nahrungssicherheit und Ökosysteme stärken. Wir sind uns sicherer denn je, mit unserer 1 Produkt=1 Baum-Aktion einen sinnvollen Weg eingeschlagen zu haben. Machst du mit?

#letsgrowtogether

Quellen:
https://science.sciencemag.org/content/365/6448/76
https://science.orf.at/stories/2987899/
https://www.sueddeutsche.de/wissen/russland-china-usa-brasilien-klimawandel-wald-baeume-co2-treibhausgas-1.4513739
https://www.theguardian.com/environment/2019/jul/04/planting-billions-trees-best-tackle-climate-crisis-scientists-canopy-emissions?utm_source=pocket&utm_medium=email&utm_campaign=pockethits